Litfaßsäulen in Arnstadt

Litfaßsäulen können viel erzählen, sagt man. Arnstadt kann sich zu den glücklichen Städten zählen, die an einigen markanten Punkten ihrer Innenstädte große Litfaßsäulen ihr Eigen nennen dürfen. Vor nicht allzulanger Zeit in Ordnung gebracht sind sie ideale Plakatträger für Veranstaltungen aller Art.

Litfaßsäule auf dem Ried

Litfaßsäule auf dem Markt

Litfaßsäule am Neutor

Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus, seit nunmehr drei Monaten werden die Säulen von teilweise zerfetzten Plakaten geschmückt, deren Anlässe schon lange zurückliegen und (in der Öffentlichkeit) vermutlich fast vergessen sind. Da lesen wir von der Arnstädter Bachweihnacht, Losungen des Bürgerbündnisses gegen Rechtsextremismus, den Arnstädter Cello-Tagen und einer Einladung zum Seniorenfasching. Wohl gemerkt, in zwölf Tagen blühen (möglicherweise) die Märzenbecher. Und in vier Wochen will die Stadt ihr Bach-Festival-Arnstadt starten.
Nun, vielleicht kann man mit der Plakatierung dafür noch etwas warten, aber könnte man nicht wenigstens in der Zwischenzeit die verschandelten Säulen in Ordnung bringen? Oder sollte niemand Interesse daran haben, welches Bild die Stadt den Gästen und Einheimischen bietet?

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11 Gedanken zu “Litfaßsäulen in Arnstadt

  1. Es ist wohl wahr das Litfaßsäulen in Arnstadt an markanten Punkten der Innenstadt stehen, jedoch wurden sie im laufe der Zeit mal mehr oder weniger von der Stadt betreut sogar demontiert. Die jüngste Demontage einer Litfaßsäule in Arnstadt ist das Gelände um/bei/am Denkmal der Kommunistischen Gewaltherrschaft. Markant aufgestellt war sie und über Jahrzehnte ein vertrauter Anblick für alle Bürger der Stadt. Hätte man diese Litfaßsäule nicht stehen lassen können?

    • @Kurt, da gebe ich dir Recht, es ist sicher schade drum, war aber bestimmt nicht einfach, sie in die Neugestaltung des Umfeldes mit einzubeziehen. Wünschenswert wäre ein Ersatz in der Nähe gewesen, mir ist aber nicht bekannt, ob das jemals zur Debatte stand.

  2. Der Marlishäuser says:

    Die Litfaßsäulen der Stadt Arnstadt wurden zur Verwaltung/Pflege und Gebühr an die Firma Ortloff vergeben. http://www.ortloff-werbung.de/
    Mit Blick auf andere Städte (Erfurt z.B.) hat die Stadtverwaltung alles richtig gemacht. Leider lässt die Ausführung zu wünschen übrig. „Weil WIR hier leben“, sollte bekannt gemacht werden, wer es in den Händen hat und ggf. eine Neuvergabe erfolgen. Gepflegte Kulturanschläge sind Visitenkarte der gepflegten Kultur.

  3. altesholzbrett says:

    Normalerweise geht man mit abgelaufenen und nicht überklebten Werbeflächen so um, daß weißes Papier überklebt wird, und die Säule schaut wieder sauber aus.

    Das allerdings muß der Firma, die die Säulen betreut, auch bezahlt werden. Bevor man hier die Fa. Ortloff haftbar macht: offensichtlich ist für diesen aktuellen Fall keine Regelung getroffen worden, und der Stadt bzw dem Stadtmarketing ist es scheinbar egal, wie die Marktsäule ausschaut.

    Fehlt noch das Argument, daß die Kommune pleite ist, noch dazu bei DEM Tarifabschluß!

    • Der Marlishäuser says:

      Genau!! Und das weiße Papier ist bei den Gebühren für die Beklebung enthalten. Einfach mal ein Angebot einholen, sagen wir…für 4 Wochen zwei Plakate pro Säule. Das die Kommune Pleite ist *gähn* ist so abgedroschen.

      Vorschlag:
      Ich darf 4 Wochen 2 Plakate pro Säule ohne Gebühr hängen und für die ca. 300 eingesparten EURonen sind die Säulen zusätzlich weiß beklebt. Der Zeitaufwand ist übrigens geringer als einmal „Wetten Das“ gucken. Wer genehmigt der Deal?

  4. altesholzbrett says:

    Genialer Vorschlag: Werbung als Plakatmüllverhinderung! Meinen Segen hast Du!
    Vielleicht sollten wir es einfach tun? Wir gründen eine Initiative „Unsere Säulen müssen sauber bleiben“ und kaufen Eimer und Kleister.
    Immer über die Obrigkeit beschweren, ist doch ätzend! Selber machen!
    Oder wir rufen auf zur originellsten Liebeserklärung auf einer Litfaßsäule.
    Wie wärs mit:
    „Elisabeth! Ein Leben ohne Dich ist wie eine leere Litfaßsäule!“
    Ich drucke, und Du klebst?
    Worauf warten wir?!

  5. Der Marlishäuser says:

    Wir können auch Tucholsky bemühen:
    „Geh auf meinen Wegen bei Sonnenschein und Regen immer um die Litfaßsäule rum…“
    Weitere Parolen:
    Arnstadt – weil WIR hier leben. und
    Freiheit für die Litfaßsäule – nieder mit den Plakaten.
    Auf dem Bekennervideo erläutern wir die kommunalpolitische Bedeutung der Aktion und das Statut unserer Bewegung. Die Aktion wird Nachahmer in ganz Deutschland finden. In zwei Jahren sind alle Säulen in Deutschland abgerissen, um der Bewegung den Handlungsgrund zu entziehen. Litfaß kommt bei Google auf die rote Liste. Nie wieder wird ein Mensch verlotterte Litfaßsäulen ansehen müssen!

  6. Klaus Ortloff says:

    Eine gesunde Kritik finde ich gut und bin auch bei den jetzigen
    Temperaturen bemüht,diese Situation kurzfristig zu ändern!

    Aber ehrlich gesagt,haben Sie bei Minusgraden schon einmal Plakate geklebt?
    Schon bei -5 Grad überlegen Sie nach dem 10 Plakat was zuerst friert,der Leimpinsel,die Tapezierbürste,das Plakat oder vielleicht auch die Fingerspitzen.

    Und außerdem klebt die ganze Sache nicht richtig,es sei denn ein Wunderkleber
    hilft!

    Vielen Dank den Menschen,die mit offenen Augen durch unsere schöne
    Stadt gehen!

    • @Klaus Ortloff, das mit den Minustemperaturen ist ja völlig klar und zu verstehen. Es wurde ja aber schon gesagt, dass die Stadt auch für diesen Zustand eine Lösung suchen (und finden) sollte, denn drei Monate sind doch eine wirklich viel zu lange Zeit.

  7. @Klaus Ortloff, natürlich ist jedem Handwerker die Situation klar das bei minus Temperaturen keiner vernünftig Plakate kleben kann. Ein Maler würde hier den Kopf schütteln und seiner Kundschaft erklären wie Sie es getan haben. Jedoch eine Möglichkeit zur Beschäftigung für ein Tagwerk Ihrer Lehrlinge oder Gesellen wäre es doch gewesen alte Plakate abzuräumen/ abzureißen damit die Litfaßsäulen einen besseren optischen Eindruck geben als bisher.

  8. Der Marlishäuser says:

    @Klaus Ortloff, ich stehe jeden Tag in Erfurt an der Straßenbahnhaltestelle – neben der Litfaßsäule Gorkistraße. Die sieht anders aus. Ich weiß dass das Geschäft mit der Säule ein lausiges ist, aber die Dinger gibt es nun mal weil man sie sieht…Bin mir sicher in ein paar Tagen ist alles wieder OK und das geneigte Forum stürzt sich auf größere Themen. Für die Gastleser sei noch bemerkt, dass Ortloff-Werbung ein in Arnstadt sehr engagiertes und angesehenes Unternehmen ist.